Hunsrück – Nahe/Glan (HUNAG)
Nahe-Glan-Camino
Der Weg der Jakobspilger von Bingen nach Tholey trägt seit 2025 die Bezeichnung „Nahe-Glan-Camino“. Mit einer Länge von 156 km ist der jüngste Jakobsweg im Arbeits-bereich der St. Jakobusgesellschaft Rheinland-Pfalz-Saarland als einer der Hauptwege klassifiziert.
Sein Verlauf orientiert sich an der keltisch-römischen Straßenverbindung vom Legions-lager Mainz am Rhein (Mogontiacum) über den saarländischen Vicus Tholey (Wareswald) zur antiken Stadt Metz (Mediomatricum) in der französischen Region Lothringen.
Später verband dieser Weg die seit der Spätantike belegten Bischofssitze in Mainz und Metz. Seit dem Mittelalter ist er als Pilgerweg nachgewiesen.
Die Ausoniusstraße durch den Hunsrück
Die römische Ausoniusstraße (auch Römerstraße und Steinstraße genannt) von Bingium = Bingen (Rhein) bis Augusta Treverorum = Trier (Mosel) durch den Hunsrück, vom Hunsrückverein mit AU ausgeschildert, ist seit dem 11. Jahrhundert auch als mittelalterlicher Pilgerweg bezeugt.
Dieser Weg wurde nachweislich u. a. von Adligen und Geistlichen benutzt, um über Trier, durch Frankreich und durch Nordspanien (nach Pyrenäen-Überquerung) das Ziel aller Pilgerwege in Europa, die Kathedrale in Santiago de Compostela, zu erreichen. Erst dann konnte man damals nach der Rückkehr in der Heimat eine politische oder geistliche Karriere machen.
Der Hunsrücker Jakobsweg soll die noch vorhandene Lücke im deutschen und im europäischen Jakobuswegenetz schließen. Pilger, die über den Lahn- und den Rhein-Camino, so wie auf dem Jakobsweg von Frankfurt und Mainz-Bingen erreichen, können auf diesem Weg (ab Burg Klopp über die Drususbrücke) weiterpilgern bis nach Trier.
Regionalgruppenteam Hunsrück - Nahe/Glan
Martina Peters
- 06763 4731
- martina.peters(at)jakobusgesellschaft.eu
- Oberstr 22a,
55481 Kirchberg

Heinz Günther Haberkamp
- 06762 409660
- heinz-guenther.haberkamp(at)jakobusgesellschaft.eu
- Am Ring 43,
56288 Kastellaun

Jutta Riethe
- 06721 46734
- jutta.riethe(at)jakobusgesellschaft.eu
- Schulstrasse 6 ,
55452 Rümmelsheim

Hans-Gerd Setz
- 06784 7432
- hans-gerd.setz(at)jakobusgesellschaft.eu
- Obere Kirchstr.22 ,
55743 Idar-Oberstein

Pilgertermine
Wanderungen auf dem Linksrheinischen Jakobsweg
- 4. Etappe von Hirzenach nach St Goar, ca. 12 km,
Treffpunkt Bahnhof St. Goar - 5. Etappe von St. Goar nach Oberwesel, ca. 11 Km,
Treffpunkt Bahnhof Oberwesel - 6. Etappe von Oberwesel nach Bacharach, ca. 14 km,
Treffpunkt Bahnhof Bacharach
Weitere Informationen zu den Wanderungen können zeitnah bei
Martina Peters (0157 3935 7776) erfragt werden.
Pilgertreffs
Nahe/Glan:
Der Pilgerstammtisch der Regionalgruppe findet als „Wanderstammtisch“ statt, nicht weil man dort wandert, sondern weil der Stammtisch in der Region an wechselnden Orten stattfindet.
Pilgerstammtisch Vorderhunsrück:
- Mittwoch 16.12.2026 um 18:00 Uhr im Il Camino in Emmelshausen
Pilgerberichte
Wir werden uns auch an Pilgerwanderungen der anderen Regionalgruppen beteiligen. Deren Termine finden Sie unter den jeweiligen Gruppen bzw. wir werden auf diese explizit im Rundbrief hinweisen.
Pilgerführer /Literatur

Ausoniusweg, durch den Hunsrück von Trier nach Bingen: Wander-Tourenkarte.
GPS-genau. 1:50000 (KOMPASS-Wander-Tourenkarten,
Band 2511) Landkarte – Folded Map, 14. Juni 2017 ISBN-13: 978-3990442548
Pilgerwege

Der Nahe-Glan-Camino verläuft im Wirkungsbereich bedeutender Heiliger:
- Hl. Rupert von Bingen, 8. Jahrhundert, Einsiedler,
- Hl. Disibod, 7. Jahrhundert, irischer Mönch und Einsiedler,
- Hl. Hildegard von Bingen, 1098-1179, Äbtissin und Mystikerin,
- Hl. Wendelin, 6. Jahrhundert, iro-schottischer Mönch, Einsiedler und Abt.
Auf diese bedeutenden Persönlichkeiten des christlichen Glaubens gehen entlang des Pilgerweges bedeutende Klostergründungen zurück, die heute teilweise nur noch als Ruinen erhalten sind:
- ehem. Kloster Rupertsberg, Bingerbrück,
- Klosterruine Disibodenberg, Odernheim,
- Benediktinerkloster St. Mauritius, Tholey, ältestes Kloster in Deutschland.
Hinzu kommen weitere ehemalige Klosterstandorte in Bad Kreuznach, Offenbach-Hundheim und auf dem Remigiusberg bei Kusel. Sie gewährten den mittelalterlichen Pilgern Unterkunft auf ihrer Reise.
Der Nahe-Glan-Camino beginnt am Rhein-Nahe-Eck in Bingen am Rhein.
Hier trifft er auf den „Hunsrücker Jakobsweg“ (Ausoniusweg) von Bingen nach Trier und den „Jakobsweg Rheinhessen“ von Mainz über Bingen, Worms nach Speyer.
Durch die Weinberge des Unteren Nahehügellandes ist der Verlauf des Nahe -Glan-Camino identisch mit dem „Rhein-Nahe-Weinwanderweg“. Weiter über die Kurstadt Bad Kreuznach orientiert es sich am Lauf der unteren und mittleren Nahe. Die letzten Kilometer bis zur Klosterruine Disibodenberg bei Odernheim wechselt er auf „Hildegard von Bingen Pilgerwanderweg“.
Am Disibodenberg teilt sich der Nahe-Glan-Camino in
- die südliche Glan-Route
- und nördliche Nahe-Route.
Der römisch-keltische Altweg führte quer durch den heutigen Truppenübungsplatz Baumholder, der umgangen werden muss.
Die Glan-Route verläuft von Odernheim über Meisenheim und Lauterecken bis Theisbergstegen durch das Glantal auf dem „Glan-Blies-Radweg“. Über die Klosterruine Remigiusberg führt der Pilgerweg durch das Kuseler Bergland. Ab Kusel wird der „Fritz-Wunderlich-Radweg“ bis zum saarländischen Oberkirchen mitbenutzt. Der Pilgerweg führt weiter zum Wallfahrtort St. Wendel. Von hier geht es auf dem „Saarland-Camino“ bis zum heutigen Benediktinerkloster St. Mauritius in Tholey.
Die Nahe-Route verläuft von Odernheim vorbei am Felkekurort Bad Sobernheim über die Höhenzüge zwischen Nahe und Glan bis zur Edelsteinstadt Idar-Oberstein. Von hier werden durch das Obere Nahebergland abschnittsweise vorhandene Wanderwege wie „Saar-Hunsrück-Steig“ und „Nahe-Steig“ mitbenutzt. Über Birkenfeld führt der Pilgerweg weiter durch das saarländische Blies-Hügelland bis zum heutigen Benediktinerkloster St. Mauritius in Tholey.
Der Nahe-Glan-Camino verbindet naturnahe Fluss- und Mittelgebirgslandschaften mit dem kulturellen Erbe und Orten von Spiritualität.
Das „Kleine Santiago“ des Nahe-Glan-Camino ist die Benediktinerabtei St. Mauritius in Tholey, eines der ältesten Klöster in Deutschland (634 n. Chr.).
